Programminhalt
Frühjahrstagung
20.-21. MÄRZ 2026
Ein Plusenergie-Haus aus Holz, Stroh und Lehm – ökologisches Leuchtturmprojekt mit nachhaltiger Haustechnik
Freitag, 20.März
14:30 bis 15:15 Uhr
Vortrag:
In diesen Neubau aus 2022 sind die Erfahrungen und Ideen des Lehmbauexperten Gerd Meurer eingeflossen, der seit 30 Jahren mit nachhaltigen Baustoffen arbeitet und sie schon in vielen Bau- und Holzbauprojekten erfolgreich eingesetzt hat. Die natürlichen und ökologischen Baustoffe bieten ein außergewöhnlich angenehmes Raumklima, der Lehm sorgt für ausgeglichene Luftfeuchtigkeit, die Flächenheizungen für wohltuende Strahlungswärme im Winter oder erfrischende Kühlung im Sommer. Die hellen Lehmputze sorgen für schicke Optik und anregende Haptik, holzfasergedämmte Böden belegt mit Holzparkett für Schallschutz und ein elastisches Gehgefühl. Weiterhin spart die Haustechnik Energie ein und macht das Haus auch in extremeren Klimaverhältnissen zu einem angenehmen Aufenthaltsort. Alles in allem ist das Strohballenhaus ein zukunftsweisendes Haus aus Baustoffen, die möglichst viel CO2 vermeiden bzw. einlagern, die ungiftig und regional verfügbar sind.
Die Konstruktionen lassen aufgrund ihrer Trockenbauweise, sicherer Bauphysik durch Hinterlüftung, Diffusionsoffenheit und einer guten Wärmedämmung eine besondere Langlebigkeit erwarten. Die große Motivation für die Zukunft war die energetische Optimierung, die für niedrige Energiekosten sorgt und noch sorgen wird. Erzielt wurde dies durch die Investition in eine genau dimensionierte Wärmepumpe kombiniert mit Erdsondenbohrung (sehr hoher Wirkungsgrad) und eine große Fotovoltaikanlage, die das gesamte Dach belegt. Ergänzt wird das Konzept durch eine 10,5 m³ Zisterne, die Toiletten, Waschmaschine und Gartenwasser bedient. Alle eingebauten Materialien können sortenrein getrennt und recycelt oder wiederverwendet werden.
Ressourcensparende und umweltschonende Bauweisen werden gerade in unserer Zeit immer wichtiger. Zur Energiewende gehört auch die Wärmewende. Als Beitrag zum Klimaschutz müssen Vorlauftemperaturen für Heizungen gesenkt werden, was in Verbindung mit Flächenheizung sehr gut möglich ist. Auch können elektrische Flächenheizungen zum Einsatz kommen, die mit Fotovoltaik kombinierbar sind.
Die WEM Flächenheizungen erzeugen überwiegend Infrarot- bzw. Strahlungswärme. Diese Art der Wärme bietet durch die Temperierung der Oberflächen für historische Bausubstanz ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz sowie eine deutliche Erhöhung des Wohnkomforts. Durch die Kombination mit erneuerbaren Energien und die niedrigen Vorlauftemperaturen sowie den gleichzeitigen Einbau von Innendämmung wird erheblich Energie eingespart. Durch die Bandbreite an Systemen im Trockenbau aus Lehm für die Decke zum Heizen und Kühlen, für die Wand im Trockenbau oder zum Verputzen, sowie verschiedene Trockenbausysteme als Fußbodenheizung findet sich für nahezu jeden Einsatzfall in Neubau und Altbau eine passende Lösung.
Gerd Meurer präsentiert in seinem Vortrag Architektur, Technik und Baustoffe, die das mit dem Holzbaupreis Rheinland-Pfalz 2024 prämierte Haus ausmachen.
VITA: Gerd Meurer
Gerd Meurer ist seit 30 Jahren Spezialist für Lehmbau und seit 1999 Geschäftsführer der WEM GmbH Flächenheizung und -kühlung. Neben seinen Tätigkeiten als Referent und Netzwerker war er viele Jahre lang öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Lehmbau der HWK Koblenz. 1999 und 2010 hat er den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege erhalten. Er ist Prüfungskommissionsmitglied und Ausbilder für die Weiterbildung zur „Fachkraft Lehmbau“ und Vorstandsmitglied im Dachverband Lehm e.V.
Fotografie: Markus Ackermann, Koblenz